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30.03.2015

Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in München im Oktober 2014 wurde den ersten 7 zertifizierten Dysplasie-Einheiten in Deutschland die Urkunde übergeben. Im Rahmen dieser Pilotzertifizierungen wurde auch die Dysplasiesprechstunde von abts+partner unter der Leitung von Frau Dr. Ingke Hagemann als sog. Dysplasie-Einheit zertifiziert.


Zertifikatsübergabe: Dr. Jens Quaas (AGCPC), Dr. Ingke Hagemann (abts+partner),
Prof. Peter Hillemanns (AGO), Prof, Michael Menton (Vorsitzender AGCPC)

Gynäkologische Dysplasien sind Zellveränderungen am Muttermund welche durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) zustande kommen. Dysplasien können eine Vorläuferläsion von Gebärmutterhalskrebs sein. Diese Zellveränderungen werden bei dem Krebsvorsorgeabstrich beim Frauenarzt entdeckt. Patientinnen mit auffälligen Befunden haben die Möglichkeit diese über eine sog. Differential-Kolposkopie, eine Lupenuntersuchung des Muttermundes, in einer Spezialsprechstunde abklären zu lassen.

Um die Qualität dieser Spezialsprechstunden zu sichern, wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft und weiteren 3 gynäkologischen Fachgesellschaften ein Zertifizierungssystem etabliert, welches der Patientin einen optimalen Abklärungs- und Behandlungspfad vorgibt.

In der Dysplasie-Einheit von abts+partner werden über 1000 Abklärungsuntersuchungen sog. Kolposkopien pro Jahr durchgeführt. Daraus resultieren etwa 150 therapeutische Eingriffe am Muttermund. Ziel muss sein, über die Abklärung der Zellveränderung diejenigen Frauen herauszufiltern, die einen operativen Eingriff benötigen und denjenigen, die diese Zellveränderung von alleine wieder ausheilen, diesen Eingriff zu ersparen. Wir wissen, dass viele dieser Zellveränderungen durch unser Immunsystem von selbst wieder zurückgebildet werden. Das ist sehr wichtig, da ein therapeutischer Eingriff am Muttermund auch Risiken birgt, wie z.B. eine Erhöhung des Frühgeburtsrisikos in einer folgenden Schwangerschaft. Ergibt sich dennoch eine Operationsindikation, sollte der Eingriff so schonend wie möglich durchgeführt werden. Auch diese Kriterien werden bei der Zertifizierung der Dysplasie-Einheiten genau unter die Lupe genommen. Ebenso zeigen die Ergebnisse der Operation, ob die gestellten Qualitätsanforderungen erreicht wurden.

Das Team der Dysplasieeinheit von abts+partner

Ergibt sich in der Abklärung oder Therapie der Zellveränderung tatsächlich ein Gebärmutterhalskrebs, ist es wichtig, dass diese Patientin eine optimale, ihrer Lebenssituation angepasste Therapie erhält. Aus diesem Grund werden Krebsfälle in einer großen Tumorkonferenz mit Fachärzten aus verschiedenen Disziplinen, wie Gynäkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Onkologen vorgestellt und diskutiert. Hieraus ergibt sich dann ein individuell für jede Patientin abgestimmtes Therapieschema auf der Grundlage der gültigen Leitlinien.

Über die enge Zusammenarbeit mit den behandelnden Frauenärzten wird den Patientinnen eine zuverlässige Nachsorge nach der Therapie gewährleistet.

Die Teilnahme an wissenschaftlichen Studien ist eine weitere Voraussetzung für die erfolgreiche Zertifizierung als Dysplasie-Einheit. Als Mitglied des Kolposkopienetzwerkes und der Studiengruppe Kolposkopie ist Frau Dr. Hagemann an der Entwicklung und Durchführung von Studien zur verbesserten Diagnostik und Therapie von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen beteiligt. Auf freiwilliger Basis haben die Patientinnen die Möglichkeit an den Studien teilzunehmen.

Somit stellt die Etablierung von zertifizierten Dysplasiesprechstunden und Dysplasie-Einheiten einen großen Schritt in der Qualität der Versorgungskette für Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebsvorstufen und invasivem Krebs dar. Die enge Zusammenarbeit mit einem gynäkologischen Krebszentrum ist unabdingbar, um den betroffenen Patientinnen eine auf ihre Bedürfnisse optimierte Therapie zu gewährleisten.

Infos und Terminvereinbarung unter:

Dysplasieeinheit abts+partner
abts+partner | Frauenärzte im Mare
Eckernförder Str. 219
24119 Kronshagen

Tel. 0431 - 589035
Fax 0431 - 6674213

Lesen Sie hier den Artikel aus der Beilage "Gesundheitswesen" der Kieler Nachrichten:

Dysplasie-Einheit




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