Labordiagnostik

die routinemäßige Vorsorge

Ein festes Standbein der Pränataldiagnostik bilden die Untersuchungen der Laborwerte. Hierzu nehmen wir der werdenden Mutter Blut ab - eine einfache Methode, die dennoch sehr effektiv ist: Anhand der Ergebnisse können wir die Wahrscheinlichkeit einer kindlichen Fehlbildungen oder Chromosomenstörungen eingrenzen.

Im Zentrum für Pränatale Medizin führen wir folgende Untersuchungen routinemäßig durch:

  1. Serum-Biochemie im Rahmen des Erst-Trimester-Screenings
    Im Rahmen des Erst-Trimester-Screenings werden die beiden Proteine PAPP-A (Pregnancy associated Plasma Protein A) und die freie ß-Untereinheit des human Chorionic Gonadotropins (fß-HCG) biochemisch aus dem Blut der Mutter bestimmt. In Schwangerschaften mit Down Syndrom ist die Konzentration des freien ß-hCG statistisch auf etwa den doppelten Medianwert erhöht, PAPP-A dagegen etwa auf den halben Medianwert gesunder Feten erniedrigt.
    Die Ultraschalluntersuchung des Erst-Trimester-Screenings ist am genauesten, wenn sie in der 13. oder 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird. Die Serum-Biochemie dagegen ist in der 11. oder 12. Schwangerschaftswoche am exaktesten. Das bestmögliche Ergebnis erreichen wir daher bei einer Blutentnahme in der 11.-12. SSW in Kombination mit dem Ultraschall in der 13.-14. SSW. Können wir aus organisatorischen Gründen nicht so vorgehen, empfehlen wir die zeitgleiche Ultraschalluntersuchung und Blutentnahme in der 13.-14. SSW.
    Weitere Informationen zum Erst-Trimester-Screening und zu den Proteinen PAPP-A und fß-HCG finden sie auf der Internetseite der Fetal Medicine Foundation (auch in deutscher Sprache).

  2. Quadrupel-Test
    Der Quadrupeltest zwischen der vollendeten 14. und 18. Schwangerschaftswoche ermöglicht eine relativ hohe Entdeckungsrate für chromosomale Störungen des Ungeborenen, selbst wenn Sie das Erst-Trimester-Screening nicht wahrnehmen konnten. Dabei werden vier Blutwerte untersucht (HCG, AFP, Inhibin A, Estriol), die bei Kindern mit Chromosomenfehlbildungen häufiger Auffälligkeiten zeigen. Auf diese Weise können etwa 80% aller Kinder mit einem Down-Syndrom erkannt werden, ohne dass zuvor eine spezielle Ultraschalluntersuchung erfolgen muss. Bitte verwechseln Sie diesen Test nicht mit dem Triple-Test (HCG, AFP, uE3), der eine deutlich niedrigere Aussagekraft hat und heute in der Regel durch die anderen hier genannten Blutuntersuchungen ersetzt wird.

  3. AFP (Alpha Feto-Protein)
    Zur Ergänzung des First-Trimester-Screening ist eine Serum-AFP-Bestimmung in der ca. 16. SSW sinnvoll. So kann eine größere offene fetale Schlussstörung (z.B. offener Rücken (spina bifida / Neuralrohrdefekt; offene Bauchdecke) zu rund 80% ausgeschlossen werden.

Diese sinnvollen und effektiven Laboruntersuchungen sind leider keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.


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